Motorradhandschuhe kaufen: Größe, Passform und Einsatzbereich richtig wählen

Motorradhandschuhe kaufen: Größe, Passform und Einsatzbereich richtig wählen

Einleitung

Motorradhandschuhe werden häufig nach Farbe, Design oder Material ausgewählt. Ob sie beim Fahren wirklich angenehm funktionieren, entscheidet sich jedoch meist an anderen Details: Passen Handfläche und Fingerlänge zusammen? Bleibt das Material beim Greifen glatt? Drücken Nähte oder Protektoren? Und passt der Aufbau des Handschuhs zum eigenen Fahralltag?
 
Eine passende Größe verbessert nicht nur den Tragekomfort, sondern auch das Gefühl für Gasgriff, Kupplung, Bremse und Schalter. Zu enge Handschuhe können Druckstellen oder Taubheitsgefühle verursachen. Zu große Modelle können verrutschen, Falten an der Handfläche bilden und das Griffgefühl beeinträchtigen. Auch der ADAC nennt die Passform deshalb als einen der wichtigsten Punkte beim Handschuhkauf.

 

 

 

1. Handumfang, Handbreite und Fingerlänge richtig messen

Die Größenangaben S, M, L, XL oder Zahlen wie 8, 9 und 10 sind nicht bei allen Herstellern identisch. Auch unterschiedliche Materialien, Innenfutter und Schnitte können dazu führen, dass zwei Handschuhe derselben angegebenen Größe verschieden ausfallen. Maßgeblich ist deshalb immer die Größentabelle des konkreten Modells.
 

Handumfang messen

Lege ein flexibles Maßband um die breiteste Stelle der Handfläche, direkt unterhalb der Fingerknöchel. Der Daumen wird dabei nicht mitgemessen. Das Maßband soll an der Haut anliegen, die Hand aber nicht zusammendrücken.
 
Da die linke und rechte Hand geringfügig unterschiedlich groß sein können, empfiehlt es sich, beide Hände zu messen und sich bei der Größenwahl am größeren Wert zu orientieren.

 

Handbreite messen

Verlangt die Größentabelle ausdrücklich die Handbreite, lege die Hand entspannt und flach auf den Tisch. Miss anschließend quer über die breiteste Stelle der Handfläche, ebenfalls ohne den Daumen.
 
Handumfang und Handbreite sind zwei unterschiedliche Werte und dürfen nicht verwechselt werden. Einige Größentabellen verwenden ausschließlich den Umfang, andere zusätzlich die Handlänge oder die flach gemessene Breite.

 

Hand- und Fingerlänge prüfen

Die Handlänge wird üblicherweise von der Spitze des Mittelfingers bis zum Übergang zwischen Handfläche und Handgelenk gemessen. Größentabellen für Motorradhandschuhe kombinieren häufig Handumfang und Handlänge, weil der Umfang allein nicht jede Handform ausreichend beschreibt.
 
Zwei Personen können denselben Handumfang, aber unterschiedlich lange Finger haben. Sind die Handschuhfinger zu kurz, werden die Fingerspitzen beim Greifen nach vorn gedrückt. Sind sie zu lang, kann sich überschüssiges Material am Griff oder an den Hebeln zusammenfalten.

 

 

 

2. Wie eng sollten neue Motorradhandschuhe sitzen?

Ein neuer Motorradhandschuh sollte körpernah und möglichst faltenarm sitzen. Er darf beim Bedienen von Gasgriff, Kupplung und Bremse nicht auf der Hand verrutschen, gleichzeitig aber auch nicht die Beweglichkeit oder Blutzirkulation einschränken.
 
Die Fingerspitzen sollten nicht stark gegen das Ende des Handschuhs drücken. Der Abstand darf aber auch nicht so groß sein, dass die Finger im Handschuh hin- und herrutschen oder das Bediengefühl ungenau wird. Louis empfiehlt deshalb eine enge, aber spannungsfreie Passform, bei der alle Bedienelemente problemlos erreichbar bleiben.
 
Auch die Handfläche ist ein wichtiger Prüfpunkt. Beim Umgreifen des Lenkers sollte sie möglichst glatt bleiben. Größere Falten oder Materialansammlungen können zwischen Hand und Griff drücken und auf längeren Fahrten Reibungs- oder Druckstellen verursachen.
 
Leder kann sich während des Gebrauchs etwas an die Handform anpassen. Trotzdem sollte kein deutlich zu kleiner Handschuh gekauft werden, nur weil erwartet wird, dass er sich später stark weitet. Textilmaterialien, Stretch-Einsätze, Innenfutter und Polsterungen können sich je nach Aufbau deutlich anders verhalten.
 
Die Passform sollte immer in einer realistischen Griffhaltung geprüft werden: Schließe die Faust, bewege Daumen und Zeigefinger und simuliere die Bedienung von Gasgriff, Kupplungs- und Bremshebel. Erst dabei zeigt sich, ob Fingerspitzen, Nähte oder Verstärkungen unangenehm drücken.

 

 

 

3. Kurze oder lange Stulpe: Was passt zum Fahrstil?

Kurze Motorradhandschuhe enden ungefähr am Handgelenk. Sie lassen sich schnell an- und ausziehen, benötigen wenig Platz am Jackenärmel und bieten häufig ein leichtes, flexibles Tragegefühl.
 
Sie eignen sich besonders für Stadtverkehr, tägliches Pendeln, kurze Strecken und Fahrten bei warmen Temperaturen. Wichtig ist jedoch auch bei einer kurzen Stulpe ein zuverlässiger Verschluss, damit der Handschuh fest an der Hand bleibt.
 
Lange Stulpen reichen über das Handgelenk und teilweise über den unteren Unterarm. Sie können mit dem Ärmel der Motorradjacke überlappen und bieten dadurch eine größere Abdeckung. Das kann besonders bei längeren Touren, höheren Geschwindigkeiten oder kühlerem Fahrtwind angenehm sein.
 
Unabhängig von der Länge sollte die Stulpe beziehungsweise der Handgelenkverschluss so sitzen, dass der Handschuh nicht einfach von der Hand gezogen werden kann. Außerdem sollten Handschuh und Jackenärmel ausreichend überlappen, ohne die Beweglichkeit des Handgelenks einzuschränken.
 
Eine lange Stulpe ist deshalb nicht automatisch besser. Für kurze Stadtfahrten kann eine voluminöse Konstruktion unnötig klobig sein. Entscheidend ist, dass die Form zum Fahrstil, zur Jacke und zur gewünschten Bewegungsfreiheit passt.

 

 

 

4. Was bringen Knöchelschutz, Handflächenverstärkung und Grip?

Knöchelprotektoren oder gepolsterte Bereiche am Handrücken sollen auftretende Kräfte verteilen und die direkte Belastung der Fingerknöchel reduzieren. Sie sollten zur Handform passen und beim Greifen weder auf die Knöchel drücken noch die Fingerbewegung behindern.
 
Ein besonders großer oder harter Protektor ist nicht automatisch besser. Wenn seine Form nicht zur Hand passt, kann er beim Bremsen, Kuppeln oder längeren Fahren unangenehme Druckstellen verursachen. Der ADAC empfiehlt deshalb, bei der Anprobe darauf zu achten, dass Protektoren und Verstärkungen in Griffhaltung nicht drücken.
 
Verstärkungen an Handfläche, Handballen und äußerer Handkante unterstützen besonders beanspruchte Bereiche. Diese Stellen sind beim Halten des Lenkers regelmäßig Reibung ausgesetzt und können bei einem Sturz früh mit dem Untergrund in Kontakt kommen.
 
Entscheidend ist nicht nur, wie dick eine Verstärkung aussieht, sondern auch, wie sie verarbeitet wurde. Flach eingearbeitete Verstärkungen stören das Griffgefühl meist weniger. Dicke Kanten oder ungünstig platzierte Nähte können dagegen auf den Griff drücken.
 
Rutschhemmende oder strukturierte Flächen können den Halt am Gasgriff verbessern. Mehr Reibung ist jedoch nicht automatisch besser: Die Hand sollte beim Wechsel der Griffposition weiterhin kontrolliert bewegt werden können.

 

 

 

5. Worauf kommt es bei Sommerhandschuhen an?

Sommerhandschuhe sollten vor allem leicht, atmungsaktiv und beweglich sein. Luftdurchlässige Textilien, Stretch-Materialien oder gezielt leichter ausgeführte Bereiche können den Wärmestau an den Händen reduzieren und ein direkteres Gefühl für die Bedienelemente ermöglichen.
 
Eine leichte Konstruktion darf jedoch nicht dazu führen, dass der Handschuh lose auf der Hand sitzt. Auch ein Sommerhandschuh sollte an den Fingern sicher anliegen, beim Greifen möglichst wenige Falten bilden und mit einem zuverlässigen Handgelenkverschluss ausgestattet sein.
 
Stretch-Material kann die Beweglichkeit von Fingern und Handrücken unterstützen. Besonders wichtig sind Daumen und Zeigefinger, da sie beim Bedienen von Gasgriff, Hebeln und Schaltern häufig eingesetzt werden. Die Beweglichkeit sollte deshalb immer in einer realistischen Griffposition geprüft werden.
 
Eine Touchscreen-Funktion ist im Alltag praktisch, beispielsweise um während einer Pause kurz die Navigation oder das Smartphone zu bedienen. Wie präzise sie funktioniert, hängt jedoch auch von der Passform ab. Ist der Handschuhfinger zu lang, liegt das leitfähige Material nicht genau an der Fingerspitze.
 
Wenn auch Sie auf der Suche nach passenden Motorradhandschuhen für den Sommer sind, sollten Sie sich die Modelle von evermotor ansehen. Sie bestehen aus Polyester und Elasthan und verbinden eine leichte, atmungsaktive Struktur mit elastischen Eigenschaften. Die rutschfeste Verstärkung an der Handfläche sorgt für eine bessere Kontrolle über den Lenker, während das Touchscreen-Material an den Fingerspitzen die Bedienung kompatibler Touchscreen-Geräte ermöglicht. Dieses Modell ist in den Größen M, L, XL und XXL erhältlich und eignet sich für Motorrad, Motocross, Roller, Mopeds, Quads, ATVs und Mountainbikes.

 

 

 

Fazit: Welche Motorradhandschuhe passen wirklich?

Beim Kauf sollte zuerst der hauptsächliche Einsatzbereich festgelegt werden. Danach folgen Handumfang, Handlänge, Fingerform und die Größentabelle des konkreten Modells. Erst wenn die Passform stimmt, sollten Stulpenform, Verstärkungen, Belüftung und Zusatzfunktionen beurteilt werden.
 
Ein guter Motorradhandschuh sitzt körpernah, ohne unangenehm zu drücken. Die Fingerspitzen dürfen weder stark anstoßen noch in zu langen Handschuhfingern schwimmen. Beim Greifen sollte die Handfläche möglichst glatt bleiben und alle Bedienelemente sollten sicher erreichbar sein.
 
Kurze Handschuhe eignen sich für Fahrten in der Stadt und bei warmem Wetter, während lange Handschuhe mit Handgelenkschutz bei Langstreckenfahrten und kühleren Temperaturen mehr Schutz bieten. Gelenkschutz, Verstärkungen an der Handfläche, rutschfeste Oberflächen und Touchscreen-Funktionalität entfalten ihre Wirkung nur dann wirklich, wenn sie gut zur Handform passen und das Fahrgefühl nicht beeinträchtigen.
 
Die beste Wahl ist deshalb nicht automatisch der Handschuh mit den meisten sichtbaren Funktionen, sondern das Modell, das zur eigenen Hand, zum Fahrstil und zu den typischen Temperaturen passt.

 

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