LED-Blinker am Motorrad blinken zu schnell: Widerstand oder Relais?
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Die neuen LED-Blinker sind montiert, beide Seiten funktionieren – nur die Blinkfrequenz stimmt plötzlich nicht mehr. Statt im gewohnten Rhythmus zu blinken, takten die neuen Blinker deutlich schneller als vorher.
Das passiert vor allem dann, wenn serienmäßige Blinker mit höherer Leistungsaufnahme durch kleine LED-Blinker ersetzt werden und das Motorrad noch mit einer lastabhängigen Blinkersteuerung arbeitet. Die entscheidende Frage lautet dann: Soll die fehlende Last mit Widerständen ausgeglichen werden oder ist ein lastunabhängiges Blinkrelais die bessere Lösung?
1.Warum blinken LED-Blinker nach dem Umbau plötzlich schneller?
Klassische Blinker mit Glühlampen benötigen vergleichsweise viel elektrische Leistung. Kleine LED-Blinker erreichen ihre Lichtleistung dagegen mit deutlich weniger Energie. Für den Fahrer ist das zunächst ein Vorteil – für ein älteres lastabhängiges Blinksystem kann die plötzlich geringere Leistungsaufnahme jedoch wie eine Abweichung vom ursprünglichen Zustand wirken.
Das Ergebnis kann eine deutlich höhere Blinkfrequenz sein. Wenn also alle neu montierten LED-Blinker korrekt leuchten, aber einfach zu schnell takten, lohnt es sich, zuerst die Blinkersteuerung des Motorrads zu prüfen – und nicht erneut an Plus, Minus oder den Leuchten selbst zu suchen.
In Deutschland gibt es dafür auch einen technischen Rahmen: Nach § 54 StVZO beträgt die vorgesehene Blinkfrequenz 1,5 Hz ± 0,5 Hz beziehungsweise 90 ± 30 Impulse pro Minute. Ein sichtbar hektischer Blinkrhythmus nach dem LED-Umbau sollte deshalb nicht einfach ignoriert werden.
Ein wichtiger Hinweis: Nicht jedes moderne Motorrad besitzt noch ein klassisches, separat austauschbares Blinkrelais. Bei neueren Fahrzeugen kann die Steuerung bereits in eine elektronische Einheit integriert sein. Deshalb sollte vor dem Kauf eines Relais oder Widerstands zuerst geklärt werden, wie die Blinker am eigenen Motorrad gesteuert werden.
2.Blinkrelais oder Widerstand – welche Lösung ist sinnvoller?
Wenn das Motorrad ein separates, austauschbares Blinkrelais besitzt, ist ein lastunabhängiges Relais häufig die aufgeräumtere Lösung. Es erzeugt die Blinkfrequenz unabhängig beziehungsweise weitgehend unabhängig von der Leistungsaufnahme der angeschlossenen Blinker.
Der praktische Vorteil: Es müssen nicht zusätzlich Widerstände für die LED-Blinker am Motorrad untergebracht werden. Das spart Platz, reduziert zusätzliche Verkabelung und vermeidet weitere Bauteile, die während des Betriebs Wärme erzeugen.
Vor dem Kauf sollte jedoch das vorhandene Relais geprüft werden. Anzahl der Kontakte, Steckerbelegung und elektrische Ausführung müssen zum Motorrad passen. Ein Relais ist also nicht allein deshalb geeignet, weil Stecker oder Gehäuse auf den ersten Blick ähnlich aussehen.
Anders sieht es aus, wenn das originale Relais nicht ausgetauscht werden kann oder die vorhandene Steuerung beibehalten werden soll. Dann können Leistungswiderstände eingesetzt werden, um die durch den LED-Umbau fehlende elektrische Last auszugleichen.
Dabei gibt es allerdings keinen universellen Widerstand, der für jedes Motorrad passt. Entscheidend sind unter anderem die Leistung der ursprünglichen Blinker und die Leistungsaufnahme der neuen LED-Blinker. Ein Widerstand, der bei einem anderen Motorrad funktioniert, sollte deshalb nicht einfach übernommen werden.
Auch wenn das Motorrad bereits ab Werk LED-Blinker besitzt, sollte man nicht automatisch zusätzliche Widerstände einplanen. Erst montieren beziehungsweise die technischen Daten vergleichen und prüfen, ob die Blinkfrequenz tatsächlich außerhalb des normalen Bereichs liegt.
Als einfache Entscheidungshilfe kann man sich merken:
Austauschbares Blinkrelais vorhanden → lastunabhängiges Relais prüfen. Relais nicht austauschbar oder Originalsteuerung soll bleiben → passenden Lastwiderstand prüfen
3.Wenn ein Widerstand nötig ist: Nicht einfach anschließen und verstecken
Entscheidet man sich für einen Leistungswiderstand, sind zwei Punkte besonders wichtig: Anschlussart und Wärme.
Ein typischer Lastwiderstand für LED-Blinker wird parallel zum Blinker angeschlossen. Er soll zusätzliche elektrische Last erzeugen. Eine einfache Reihenschaltung in der Zuleitung zum LED-Blinker erfüllt nicht denselben Zweck.
Der zweite Punkt wird beim Einbau leicht unterschätzt: Leistungswiderstände können heiß werden. Deshalb gehören sie nicht einfach zwischen einen Kabelbaum, direkt auf Kunststoff oder unmittelbar neben empfindliche Elektronik.
Sinnvoller ist ein fester, wärmebeständiger Montageplatz mit ausreichender Möglichkeit zur Wärmeabgabe. Gleichzeitig sollten Leitungen so verlegt werden, dass sie weder am heißen Widerstand noch an scharfen Kanten, Reifen oder beweglichen Teilen scheuern.
Genau diese beiden Punkte – Parallelschaltung und die mögliche starke Erwärmung – behandelt auch der Louis-Schraubertipp zur Montage von LED-Blinkern. Für die eigentliche Auswahl des Widerstandswerts sollte man sich dagegen immer an den Leistungsdaten des eigenen Motorrads und der verwendeten Blinker orientieren.
Nach der Montage sollte nicht nur kurz geprüft werden, ob der Blinker überhaupt funktioniert. Links und rechts einige Zeit einzeln blinken lassen, die Frequenz vergleichen und – falls vorhanden – auch die Warnblinkanlage testen. Nach einer kurzen Probefahrt lohnt sich außerdem ein zweiter Blick auf Widerstand, Leitungen und Steckverbindungen.
Fazit: Bei schnellem Blinken zuerst die Blinkersteuerung verstehen
Wenn LED-Blinker nach dem Umbau korrekt leuchten, aber deutlich zu schnell blinken, liegt die Ursache häufig nicht am Blinker selbst, sondern an der veränderten elektrischen Last und der Art, wie das Motorrad die Blinkfrequenz steuert.
Besitzt das Motorrad ein austauschbares Blinkrelais, kann ein lastunabhängiges Relais die einfachere und sauberere Lösung sein. Ist ein Relaistausch nicht möglich, können passend ausgelegte Leistungswiderstände helfen.
Wichtig ist vor allem, nicht nach dem Prinzip „LED = Widerstand“ zu arbeiten. Erst das vorhandene System prüfen, dann die passende Lösung auswählen. Und wenn Widerstände verwendet werden: passenden Wert wählen, parallel anschließen und genügend Wärmeabfuhr einplanen.